Donnerstag, 5. April 2012

Eure Rede sei allzeit lieblich, doch mit Salz gewürzt. Kolosserbrief 4.6


Guten Tag,

Die Tasse gleitet aus der Hand, und mit einem Knall zerbirst das Porzellan in tausend Stücke. „Was bin ich für ein Idiot“, entfährt es dem Mann. Seine Frau öffnet die Tür, sieht den Scherbenhaufen und lächelt dem Mann zu: „So viel Glück auf einmal.“ 

Ja, der Mann hat’s wirklich gut, so eine Frau an seiner Seite zu haben.

Doch sein Wohlbefinden – und das seiner Frau - könnte er noch steigern.

Wie wär’s damit:

Die Tasse gleitet aus der Hand, und mit einem Knall zerbirst das Porzellan in tausend Stücke.

„Oh, Scherben bringen Glück“, sagt der Mann. Ihm fällt ein, dass die Tasse eh’ schon eine Macke hatte. „Schatz“, ruft er seiner Frau zu, die just in diesem Augenblick aus dem Nebenzimmer kommt, „wolltest Du nicht mal wieder einkaufen gehen? Ich glaub’ wir brauchen zwei, drei neue Tassen.“ 

Die gleiche Ausgangsbasis – und doch ein anderes Ergebnis.  Schauen wir uns doch einmal das Gespräch genauer an, vor allem die Selbstkommentierung des Mannes.

Die inneren Gespräche laufen meist automatisiert ab, und unbemerkt sowie unbewusst färben sie die Seele und die Stimmung.  Beobachten Sie sich, wie sie mit sich umgehen, mit sich sprechen. Machen Sie sich schlecht, reden Sie abfällig über sich? Oder ist der Ton freundlich? Respektvoll? Liebenswürdig? Humorvoll? 

Welche Folgen hat der Zuspruch, den wir uns selbst zukommen lassen? 

Wie wir uns bezeichnen, heißen oder benennen drückt unsere Haltung uns selbst gegenüber aus. Halte ich mich für wichtig und liebenswert? Diese Haltung  zeigt sich in Aufrichtigkeit, Achtsamkeit, Freundlichkeit – gegenüber sich selbst und den anderen. Biblisch heißt es: Eure Rede sei allzeit lieblich, doch mit Salz gewürzt. Also: Freundlich im Ton, doch in der Essenz  wahrhaftig sein. 

Die Art und Weise wie wir mit uns sprechen beflügelt unser Tun. Schimpfe ich: „Mein Gott König, Du schaffst es nie!“ werde ich mich möglicherweise niedergeschlagen in mich zurückziehen. Sage ich dagegen: „Na, lieber Herr König. Da kannst Du ja noch was dazu lernen“, dann ist die Chance größer, dass ich die Ärmel hochkrempele, schmunzle und schaue, was ich machen kann. 

Die inneren, zusprechenden Monologe können uns wie ein guter Freund durch den Tag begleiten. Ein Beispiel gefällig?

Vergangene Woche war ich bei einem  geschätzten Geschäftskunden zu einem Gespräch.  Ich war guter Dinge und schrieb am Vorabend in mein Tagebuch: „Ich geh’ hin und hol’ mir einen Auftrag ab.“

Das hob noch am nächsten Morgen meine Stimmung. Ich fühlte mich wohl und war zuversichtlich.  Bewusst entschied ich mich dafür, meine Talente zu sehen, mir goldige Aussichten auszumalen. Gleichzeitig stutzte ich meinen Übermut, indem ich mich kommentierte: „Ganz schön überheblich!“ Dennoch: Ich freute mich auf das Gespräch und erinnerte mich bei der Anfahrt an die Entwicklungen, die ich in der Firma zuletzt angestoßen hatte.

Das Gespräch lief gut. Und noch während wir verhandelten, wurde mir  bewusst, dass mir mein Gesprächspartner sympathisch ist. Bewusst formulierte ich in Gedanken die Worte: „Ich spreche mit einem liebenswürdigen Menschen.“  Wenn ich das denke, strahle ich das auch aus, denn mein Gegenüber nimmt meine selbstbewusste und gleichzeitig ihm zugewandte Haltung wahr. Die Chance, dass wir uns einander öffnen und einig werden, steigt – und es macht darüber hinaus allen Beteiligten Freude.  

Ich fuhr mit dem Vertrag in der Tasche heim und schenkte mir zur Feier des Tages eine Taschenuhr. Dieser schöne Handschmeichler wird mir künftig nicht nur zeigen, was die Stunde schlägt, sondern mich auch an dieses gute Miteinander erinnern. 

Soweit für heute, bis nächsten Monat. Und wenn Sie zuvor mit mir etwas beleuchten wollen  - Sie wissen ja:  Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.  

Ihr Gunter König

Dienstag, 13. März 2012

Wenn Du etwas nicht erkennen kannst, bist Du vielleicht zu nah dran!

KönigsImpulse im März

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.

 
bist Du vielleicht zu nah dran.
Guten Tag,
Erinnern Sie sich noch an den ersten Königsimpuls in diesem Jahr?
Mein Jahr 2012 habe ich unter das Motto „Selbstfürsorge“ gestellt: Ich sorge dafür, dass es mit gut geht.
Welches Motto haben Sie gewählt, ist es Ihnen noch gegenwärtig?
Wie haben Sie ihr Thema umgesetzt?

Unterbrechen Sie kurz ihre Lektüre: Wie können Sie – noch heute – etwas Neues im Sinne ihres Jahresmottos unternehmen?
Frisch darauf zu. Und freuen Sie sich daran.

Augen: Vom frühen Morgen an, vom ersten Blick auf die Uhr nutzen wir unseren Seh-Sinn, um die Welt zu erkennen und um uns darin zurechtzufinden. Während der Hör-Sinn viel schneller überreizt ist, scheinen wir mit den Augen fast unbegrenzt Bilder aufnehmen zu können. Wir nutzen bevorzugt Medien, die Informationen über Fotos oder Filmsequenzen vermitteln. Stundenlang am Computer zu arbeiten, zu lesen, Fernzusehen – kein Problem.
Wir Menschen sind Augentiere.
Und dennoch: Wenn wir uns im Räderwerk des Alltags befinden, wenn wir uns im Rhythmus des Arbeitstaktes bewegen, können wir dann die Welt noch wirklich sehen?

Um wahrnehmen zu können, was ist, um vom Sehen zur Einsicht, zur Übersicht, zum Durchblick, zur Erkenntnis zu kommen, ist es nötig, innezuhalten.

Dazu reichen wenige Minuten.

Bleiben Sie im Jetzt.

Das Jetzt – so wissen wir – dauert genau drei Sekunden.
Jetzt.

Und dann wieder: Jetzt.

Drei Sekunden. Das sind etwa drei Herzschläge im entspannten Zustand.

Drei Sekunden. Das ist ein Glockenschlag vom Turm der Haller Michaelskirche.

Drei Sekunden. Das ist der Moment, bis eine Passantin meinen Blick aufnimmt und ihn mit einem Lächeln erwidert.

Gerne lade ich Sie ein: Üben Sie am Tag einige Augenblicke lang in sich hineinzuschauen, hineinzuspüren. Sind die Schultern verkrampft, die Beine bewegungslustig? Wie ist das Energielevel – bei 30, 50 oder 80 Prozent?

Beobachten Sie aus dieser Ruheposition, wie schnell der Lebensrhythmus ist, und klinken Sie sich einen Moment aus. Gönnen Sie sich einige  Momente lang eine Atempause.
Tief Luft holen, lächeln und mit entspannten Augen schauen.

Mit dieser Übung – Sie werden es merken – sieht die Welt plötzlich ganz anders aus.

Und: Wenn Sie aus dem Innehalten in den Dialog treten wollen – Sie wissen ja. . .

Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.

Ihr Gunter König

Donnerstag, 9. Februar 2012

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen.


Mit der Zeit wird die Maske zum Gesicht.


Guten Tag,

Fasching, Fastnacht, Karneval: sich ausgelassen gehen lassen, Unerhörtes tun, Schabernack treiben – was für ein befreiendes Vergnügen.

Es ist Spiel, Unsinn, eine Gaudi, eine Verheißung. . .

Gerne erinnere ich mich an einen Faschingsball vor gut 40 Jahren, an dem ich an einem Abend in drei verschiedene Rollen schlüpfte. Ich trug einen Trenchcoat, ein gestreiftes Hemd, einen Schal und ein französisches Käppi. Erst spielte ich den Detektiv, den Schnüffler. Als ich den Mantel abgelegt hatte, nahm ich die Pose des Philosophen und Lebenskünstlers ein. Schließlich nahm ich den Hut ab und band mir den Schal als Schärpe um die Hüften. Jetzt war ich Seeräuber. Welch ein Vergnügen!

In andere Kleider und andere Rollen schlüpfen, sich eine Maske aufsetzen, das machen wir auch im Alltag. Als Coach bin ich mal Trainer, mal Clown, mal Lehrer, mal Begleiter, mal Therapeut- je nachdem, was die Situation erfordert, je nachdem, was in mir mit schwingt.

Masken wirken nach Innen und Außen: Eine Rolle kann nur ausgefüllt werden, wenn in mir Resonanz ist, wenn sie stimmig ist. Wenn die Maske auch Ausdruck von dem ist, was ich in mir trage. Durch die Maske schimmert immer auch ein Teil meiner Person durch und zeigt klar geschnitzt, wer ich in dieser Situation bin oder sein möchte. Gleichzeitig schützen Maske und Rollenspiel die verborgene Person.

Es ist manchmal eine Herausforderung, leicht von einer Rolle zur anderen zu wechseln (etwa erst fordernder Teamchef zu sein, dann unterstützender Kollege). Das geht leicht, wenn Sie sich die Widersprüchlichkeiten der Rollen bewusst machen.

Manchen wächst, wie im Eingangszitat geschrieben, die Maske ans Gesicht und erstickt, fesselt das Leben des Maskenträgers. Wer nur noch das tut, was die anderen oder die Situation erfordert, und nicht den vielstimmigen Chor der inneren Stimmen hört1, ist im wahrsten Sinn des Wortes selbst-los.

Ich möchte Sie einladen, ihren un-erhörten, verschämten oder unbekannten Stimmen zuzuhören. Kosten Sie’s aus, mal anders zu sein. Seien Sie neugierig auf sich. Sie können frei wählen, wen Sie spielen möchten. Sie können auch nur so tun als ob („ich bin so ganz anders"). Horchen Sie in sich hinein, was in Ihnen mitschwingt. Schöpfen Sie aus der Fülle Ihres inneren Reichtums. Und: Kosten Sie die Rollen aus, schlüpfen Sie in die Verkleidung, gestalten Sie die Posen und Gesten und Mimiken, sprechen Sie eine andere Sprache!

Viel Freude beim Entfalten und Ausschöpfen Ihrer Selbst

Ihr Gunter König

Mittwoch, 18. Januar 2012

Willkommen 2012: Wirf Dein Herz über die Hürde und spring’ hinterher.


KönigsImpulse im Januar

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen.

Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.






Willkommen 2012: Wirf Dein Herz über die Hürde und spring’ hinterher.

Reiterweisheit

Guten Tag,

Jetzt ist es da: Dieses vielerwartete

Jetzt sind wir da: Im

Ich freue mich, Sie hier zu begrüßen

Wie werden wir das neue Jahr gestalten? Was wählen wir? Wohin schauen wir? Entscheiden wir uns für den Weg, auf dem die Blumen strahlen und die Freude lockt? Oder nehmen wir skeptisch und vorsichtig die dunklen engen Gassen wahr, und wenden uns voller Erwartung den drohenden Schatten zu?

Ich bin bereit, und freu´mich auf

Steine auf dem Weg, Hürden und Hindernisse werden auch 2012 auftauchen. Manche Aufgaben kosten viel Kraft. Deshalb habe ich 2012 und die Newsletter des neuen Jahres unter die Überschrift „Selbstfürsorge" gestellt. In den nächsten zwölf Monaten möchte ich Ihnen Impulse geben, Ihre Aufmerksamkeit immer wieder liebevoll wie ein Vater oder eine Mutter auf Ihr eigenes Selbst zu richten – eine warmherzige Ergänzung zu der pflichterfüllenden Selbstverantwortung.

Der Impuls heute: Geben Sie Ihrem Jahr 2012 ein Motto!

Wählen Sie, entscheiden Sie:

Was soll im neuen Jahr Wirklichkeit werden?

Was wollen Sie erleben?

Worauf möchten Sie sich ausrichten?

Machen Sie es wie Springreiter: Werfen Sie Ihr Herz über die Hürde und springen Sie hinter her; richten Sie Ihr Augenmerk auf gute, künftige Geschehnisse, und bereiten Sie diesen den Weg.

Entsprechend wählen Sie Ihr Jahresmotto, vielleicht: „Ich entscheide!" oder „Aufbruch" oder „Ernten!"

Notieren Sie Ihr Motto für 2012 und verankern Sie diesen Leitsatz so (auf den Kühlschrank, den PC, an den Spiegel, in den Geldbeutel), dass Ihr Blick wieder und wieder im Laufe eines Tages, der Wochen, des Jahres darauf fällt und Sie daran erinnert werden.

Viel Freude beim Entwerfen Ihres Mottos. Und: Wenn Sie weitere Impulse möchten, wie Sie Hindernisse nehmen können – Sie wissen ja, ein Anruf genügt.

Ihr Gunter König


Dienstag, 6. Dezember 2011

Augenblick - verweile doch, du bist so schön . .


KönigsImpulse im Dezember

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen.

Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.




Augenblick - verweile doch, du bist so schön . .

Frei nach Wolfgang Goethe

Guten Tag,

„Wieder drei ‚
gute‘ Minuten beim Lesen Deiner Impulse verbracht" – das schrieb mir ver-gangenen Monat ein Freund, der auch die Monats-Newsletter bezieht. Eine solch’ schöne Resonanz freut mich, und sie gibt mir zudem den Anstoß für diesen Brief an Sie.

Wie kostbar ist die Zeit?

In den vergangenen Wochen ist mir aufgefallen, dass ich noch häufiger als sonst sage: „Gemach! Gemach!". Ich begegne vielen Menschen, die durch ihr Leben hetzen, als würden sie etwas verlieren oder als seien sie auf der Flucht.


Höchst verschieden sind die Antworten, die ich auf meinen Zwischenruf ernte. Manche halten inne und lächeln. Andere sagen – oder denken (das sieht man ihnen dann an ihrem skeptischen Blick an) „Ich hab’ jetzt keine Zeit" oder „Die Zeit rennt mir davon" oder „Die Zeit reicht nicht".

Haben sie auch typische Redewendungen mit der >Zeit<?

(Hier lasse ich etwas Raum, für Ihre Notiz, für Ihre Zeitsätze)

…

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Unser Leben ist eng mit der Zeit verbunden. Formulierungen wie „eine Zeit ist abge- laufen" oder „r ist am Ende seiner Tage angekommen" zeigen, dass Leben und Zeit manchmal als Synonym verwendet werden.

Ich möchte Sie deshalb zu einer kleinen Übung einladen: Ersetzen Sie in Ihren gesammelten Sätzen das Wort „eit" durch „eben". Etwa: „Ich hab’ jetzt kein Leben" oder „Das Leben rennt mir davon" oder „Das Leben reicht mir nicht".

…

…

…

Spüren Sie nach: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie diesen Sätzen auf den Grund gehen? Haben Sie auch einen heiligen Augenblick gespürt?

Bald ist dieses Jahr zu Ende. Wenn Sie sich an den Tagen zwischen den Jahren die Zeit gönnen möchten, auf das vergangene Jahr zurück zu blicken oder nach vorne zu schauen, können Sie gerne kostenfrei mit Freude ein zweiseitiges Arbeitsblatt zur Reflektion mit Impulsen beziehen. Schreiben Sie eine Mail oder rufen Sie an.

Übrigens: Meine Homepage www.koenigscoaching.de ist jetzt von der Redaktion von trainerlink mit „ehr gut" bewertet worden und gehört damit zu den besten Adressen im Weiterbildungs-Web!

Schauen Sie mal rein. Sie können dort auch die Newsletter der vergangenen Monate nachlesen – zur Inspiration für weitere
gute Minuten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und ein gutes Leben! Und: Wenn Sie mit mir sprechen möchten – Sie wissen ja, ein Anruf genügt.

Ihr Gunter König

Mittwoch, 30. November 2011

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen


KönigsImpulse im November
Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.


Zwei Männer spalteten den ganzen Tag lang Holz. Der eine arbeitete ohne Pause durch und hatte am Abend einen ansehnlichen Stoß Scheite beisammen. Der andere hackte 50 Minuten und ruhte sich dann jeweils zehn Minuten aus, und trotzdem war sein Stoß am Abend viel größer. "Wieso hast du mehr als ich?" fragte der erste. Da antwortete sein Kollege: "Weil ich bei jeder Pause nicht nur ausgeruht, sondern auch meine Axt geschärft habe."    Thomas B. Welch jr.
Guten Tag,
in diesen Wochen ist es mir sehr bewusst – und ich spüre es selbst – wie viele Menschen an ihre Grenzen gehen, wie viel Kraft es sie kostet, bei sich zu bleiben und ihre Ziele zu erreichen.
Wenn sich ein Gebirge an Arbeit vor einem auftürmt, hilft der Tunnelblick: Nur auf das schauen, was der Aufgabe dient und alle anderen Verlockungen ausblenden?
Dieser Tunnelblick kann Teil der Strategie Konzentration sein.
In dem Tunnel durch den Berg von Aufgaben gehe ich Schritt für Schritt vor. Ich nehme alle dringlichen, drängenden und unangenehmen Tätigkeiten eine nach der anderen auch in die Hand. In all dem Gedränge bleibe ich ruhig und bei mir, ich lasse mich auf die Situationen und die Begegnungen ein. Meistens jedenfalls – manchmal bin auch ich kurz angebunden.
Die quälenden Geister, die mir etwa einflüstern „Du kommst zu spät, du schaffst es nicht!“, kenne ich auch. Wenn mich beispielsweise eine Straßen-Umleitung kalt erwischt und die Uhr dem vereinbarten Termin entgegenrast. Oder den
aufbrausenden Unmut, der aufkommt, wenn ein entgegen kommendes Auto beinahe den Außenspiegel mitnimmt. Angst und Aggressionen fressen die Kraftreserven auf.
Deshalb lächle ich mir in solchen Situationen zu und sage mir: „Das wäre doch gelacht, wenn du das nicht schaffst.“ So nehme ich Abstand vom Stress und lasse mich nicht von diesem Sog einfangen.
Ich habe in den vergangenen Wochen viele Menschen kennen gelernt, die für ihre Aufgabe brennen und manchmal schier Unlösbares schultern: weniger Mitarbeiter, kleineres Budget, mehr Aufgaben mit höheren Anforderungen als zuvor. Sie kennen das?
Sich lächelnd zu konzentrieren hilft dabei, Ziele zügiger zu erreichen. So gelingt es, auch in großem Gedränge aufrecht zu gehen, mit sich stimmig zu sein.
Nur, das merke ich in diesen Wochen wieder: Die Freude am guten Fluss der Arbeit ist nicht alles. Lebenswichtig ist für mich, Zeit mit meiner Frau zu verbringen, lebenswichtig ist für mich, in Gesprächen mich zu inspirieren, lebenswichtig ist für mich mit Freude mit meinen Kindern in Verbindung zu sein. Sie werden es kennen: Nach solchen Muße-Stunden fällt es leicht, sich wieder auf die Arbeit zu konzentrieren und eine Vielzahl an Bällen zu jonglieren.
Wenn Sie mit mir besprechen möchten, was für Sie lebenswichtig ist – Sie wissen ja, ein Anruf genügt.
Ihr Gunter König

Wenn die Nebel sich lichten ......

 
KönigsImpulse im Oktober
Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.


Wenn die Nebel sich lichten… 
Guten Tag!
Heute lesen Sie einen Phantombrief, einen ungeschriebenen Newsletter. Wie das? Ich habe eigentlich keine Zeit!
In diesen Wochen ist es dicht an dicht. Ein Gespräch am anderen, ein Workshop reiht sich an den Nächsten, ein Fortbildungstag folgt auf einen Weiteren. Das Vorbereiten geht noch gut, ich nutze meine Erfahrung und die ausgearbeiteten Manuskripten in den Tiefen meines PCs. Manches bleibt liegen. Auf meinem Schreibtisch: Stapel neben Stapel.
Die Aufgaben füllen mich mehr als aus. Morgens, wenn ich zur Arbeit gehe, habe ich oft keinen Blick mehr für die Farben der letzten Rosen, für die Nebel, die die Landschaft verzaubern. Abends, auf dem Heimweg nehme ich das fahle Licht des vollen Mondes nur beiläufig wahr – eingeschränkte Wahrnehmung, mein Kopf ist schon bei den nächsten Gesprächen, Eindrücken, Fragen.


Gerade sage ich mir: Gemach, gemach! Arbeit ist manchmal einfach Arbeit. Sie kostet Mühe und Anstrengung, sie zehrt Kräfte. So ist das eben. Die Zeit für die Muse und gestaltete Arbeitsfreude kommt wieder.
Interessant, schon während ich Ihnen diese Zeilen schreibe, merke ich, wie die Anspannung nachlässt. Das Innehalten, das Reflektieren und Anerkennen dessen, was ist, lassen mich zur Ruhe kommen. Ein Gedicht fällt mir ein, das ich Ihnen nachfolgend gerne als Gruß zukommen lassen möchte.

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Christian Friedrich Hebbel

Dies ist ein Herbsttag..
Ich wünsche Ihnen Erfolg und Freude bei der Arbeit. Mit herzlichem Gruß
Ihr Gunter König