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Donnerstag, 18. April 2013

Auch aus einem bescheidenen Winkel kann man in den Himmel springen



KönigsImpulse im April
Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.
Auch aus einem bescheidenen Winkel
 kann man in den Himmel springen 
                                                                                         Seneca
Guten Tag,
das Leben ist manchmal schwer genug. Man wacht auf und ist niedergeschlagen.
Um schlechte Tage auszuhalten, braucht’s Zuversicht, das Vertrauen darauf, dass die Niedergeschlagenheit ein Ende hat.

Wie ist das bei Ihnen:
Wenn ich mich in den Finger schneide, hole ich ein Pflaster und versorge die Wunde.
Wenn die Heizung tropft, rufe ich den Klempner an und lasse sie reparieren.
Wenn Melancholie meine Seele trübt oder Angst wie ein Zerrspiegel die Sicht nimmt, krame ich mein königliches Erste-Hilfe-Köfferchen heraus und pflege mich.


In meinem Erste-Hilfe-Köfferchen finde ich:
        Meine Ersten-Hilfe-Schritte
  1. Ich akzeptiere, dass es mir schlecht geht. Jetzt ist der Notfall!
  2. Ich mache mir bewusst, dass das vorüber geht. Ich beschwöre Zuversicht.
  3. Ich lese in meinem Tagebuch der Freude nach, was mir in der Vergangenheit schon alles gelungen ist.
  4. Ich spüre in mich hinein und frage „Was fehlt mir?“ Und höre aufmerksam auf die Antwort aus dem Inneren.
  5. Ich dusche.
  6. Ich bewege mich: Gehe zu Fuß zur Arbeit oder mache einen Umweg und spaziere durch den Wald und über Wiesen.
  7. Ich durchleuchte meine Gedanken: „Tut dir das gut“, frage ich mich, „wenn ich so denke?“
  8. Ich überlege, was mir gut tut und setze eines ums andere um.
  9. Ich besuche Menschen, von denen ich weiß, dass sie mich anstrahlen, wenn sie mich sehen, denn ich weiß: Diesem Lächeln und dieser offenen Freude kann ich mich nicht entziehen.
  10. Ich verschenke etwas und mache jemandem eine Freude.
Ein Notfallköfferchen stellen Sie am besten dann zusammen, wenn es Ihnen gut geht.
Was packen Sie hinein? Hier ist Platz für Ihr Sieben-Punkte-Programm.
Wenn’s einem schlecht geht, fallen einem die klugen Schritte einfach nicht ein.
Deshalb folgender Tipp: Hinterlegen Sie Ihre Notizen dort, wo Sie sie  im Notfall gleich zur Hand haben, im Geldbeutel, am PC, am Spiegel.


1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.

Zuversicht tut auch in guten Zeiten gut.
Zuversicht ist eine Lebenshaltung, die sich üben lässt – täglich. Wer etwas wirklich gut kann – Geige spielen, Tomatensuppe zubereiten, einen Tisch schreinern – hat das zig- und hundertfach geübt. Ein Künstler übt ebenso wie ein Meister. Selbst Genies gedeihen auf der Basis des geübten Könnens.
Trauen Sie sich tägliche Übung zu?
Wollen Sie Meister Ihres Lebens werden?

Zuversicht hat – wie das Wort schon sagt - mit Sehen zu tun:
Ich sehe davon ab, das zur Kenntnis zu nehmen, was misslungen ist, was es an Widrigkeiten in meinem Leben gibt. Stattdessen schaue ich darauf, was gut ist und schön.
Für die Zukunft (für heute, für morgen, für nächstes Jahr) zeichne ich das Bild eines geglückten Lebens, ich stelle mir vor meinem geistigen Auge vor, wie schön das alles sein wird.


So, heute ist ein Tag für weitere Experimente:
Begegnen Sie heute - so gut es Ihnen möglich ist, - jedem zweiten Menschen in einer freundlichen und offenen Haltung. Erlauben sie sich, diesen Menschen im Stillen Freude, Glück und Wohlergehen zu wünschen.
(Wenn sie möchten, äußern Sie diese Wünsche auch laut!)
Ach übrigens, denken Sie auch daran, sich selbst in dieser freundlichen und wohlwollenden Haltung zu begegnen. Und: Freuen Sie sich an diesem Tag.

Mit Vergnügen und herzlichem Gruß

Ihr zuversichtlicher Gunter König

Montag, 11. Juni 2012

Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich,,

KönigsImpulse im Juni
Eine Handreichung für Menschen, die sich entfalten wollen.
Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.


„Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich.“       Michael Ende

Jetzt beginnt der Juni, bald ist Halbzeit 2012. Mit der Sommersonnwende am Monatsende werden die Tage wieder kürzer, während der Hochsommer gerade erst beginnt. Das ist ein ganz besonderer Abschnitt im Jahreslauf - während im Mai die aufblühende Natur die Lebenslust herauskitzelt, ist der Juni der Monat der puren Freude und der Leichtigkeit. Wäre der Juni eine Frau, sie wäre Anfang 30, hätte den Arm voller Blumen und sänge Lieder. Wohl sähe sie den Schweiß auf der Stirn, Trauer oder Angst - doch mit heiterer Zuversicht und Zutrauen sänge sie Freude ins Gemüt. Wäre der Juni eine Farbe - welche Tönung hätte er? Wäre er ein Duft - was würden Sie riechen?

Vor der Sonnwende ist die richtige Zeit für eine Verschnaufpause auf dem Weg. Also: Eine Bank am Wegesrand suchen, Rucksack absetzen, Vesper auspacken und  ausruhen. Von der Bank aus lässt  sich die Aussicht genießen, und Sie können sich die zurückgelegte Wegstrecke bewusst machen.

Etliche Anregungen gab's bislang im Jahr der Selbstfürsorge: Im Januar das Jahresmotto-Finden, im Februar das Maskenspiel, im März und April die Selbstreflektion und im Mai das Aufspüren der Kernsätze.
Was haben Sie entdeckt? Nehmen Sie sich Zeit, sich Ihre Erkenntnisse nochmals zu formulieren: Was möchten Sie dieses Jahr verändern? Welche alten Rollen möchten Sie ablegen, mit welchen neuen Masken spielen? Sind Sie freundlich und wohlwollend sich selbst gegenüber? Wie lauten die Kernüberzeugungen, die Sie ablegen möchten, wie die neuen, die Sie ins Leben tragen möchten?

Ich hoffe, Sie haben aus der Fülle, das für Sie Passende ausgewählt.
Freuen Sie sich daran!
Feiern Sie Ihre Wahl: Wie wäre es, Freunde zu einem abendlichen Überraschungsfest einzuladen?

Bevor Sie sich wieder auf Ihren Weg machen, möchte ich Ihnen die Geschichte von Beppo, dem Straßenkehrer, wiedergeben, aus dem Buch Momo von Michael Ende. Sie hat mich gelehrt, mich anders im Getümmel zu bewegen.

Viel Freude auf Ihrem Weg.
Ihr Gunter König

Weisheit von Beppo, dem Straßenkehrer

Beppo liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste, es war eine sehr notwendige Arbeit. Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Schritt – Atemzug – Besenstrich. Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es wieder weiter – Schritt – Atemzug – Besenstrich ---.
Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die sauber, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte, Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert, oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat. Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.
„Siehst du, Momo“, sagte er dann zum Beispiel, „Es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“ Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“ Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.“ Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.“ Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt, wie, und man ist nicht außer Puste.“ Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig.“

Michael Ende aus Momo

Donnerstag, 5. April 2012

Eure Rede sei allzeit lieblich, doch mit Salz gewürzt. Kolosserbrief 4.6


Guten Tag,

Die Tasse gleitet aus der Hand, und mit einem Knall zerbirst das Porzellan in tausend Stücke. „Was bin ich für ein Idiot“, entfährt es dem Mann. Seine Frau öffnet die Tür, sieht den Scherbenhaufen und lächelt dem Mann zu: „So viel Glück auf einmal.“ 

Ja, der Mann hat’s wirklich gut, so eine Frau an seiner Seite zu haben.

Doch sein Wohlbefinden – und das seiner Frau - könnte er noch steigern.

Wie wär’s damit:

Die Tasse gleitet aus der Hand, und mit einem Knall zerbirst das Porzellan in tausend Stücke.

„Oh, Scherben bringen Glück“, sagt der Mann. Ihm fällt ein, dass die Tasse eh’ schon eine Macke hatte. „Schatz“, ruft er seiner Frau zu, die just in diesem Augenblick aus dem Nebenzimmer kommt, „wolltest Du nicht mal wieder einkaufen gehen? Ich glaub’ wir brauchen zwei, drei neue Tassen.“ 

Die gleiche Ausgangsbasis – und doch ein anderes Ergebnis.  Schauen wir uns doch einmal das Gespräch genauer an, vor allem die Selbstkommentierung des Mannes.

Die inneren Gespräche laufen meist automatisiert ab, und unbemerkt sowie unbewusst färben sie die Seele und die Stimmung.  Beobachten Sie sich, wie sie mit sich umgehen, mit sich sprechen. Machen Sie sich schlecht, reden Sie abfällig über sich? Oder ist der Ton freundlich? Respektvoll? Liebenswürdig? Humorvoll? 

Welche Folgen hat der Zuspruch, den wir uns selbst zukommen lassen? 

Wie wir uns bezeichnen, heißen oder benennen drückt unsere Haltung uns selbst gegenüber aus. Halte ich mich für wichtig und liebenswert? Diese Haltung  zeigt sich in Aufrichtigkeit, Achtsamkeit, Freundlichkeit – gegenüber sich selbst und den anderen. Biblisch heißt es: Eure Rede sei allzeit lieblich, doch mit Salz gewürzt. Also: Freundlich im Ton, doch in der Essenz  wahrhaftig sein. 

Die Art und Weise wie wir mit uns sprechen beflügelt unser Tun. Schimpfe ich: „Mein Gott König, Du schaffst es nie!“ werde ich mich möglicherweise niedergeschlagen in mich zurückziehen. Sage ich dagegen: „Na, lieber Herr König. Da kannst Du ja noch was dazu lernen“, dann ist die Chance größer, dass ich die Ärmel hochkrempele, schmunzle und schaue, was ich machen kann. 

Die inneren, zusprechenden Monologe können uns wie ein guter Freund durch den Tag begleiten. Ein Beispiel gefällig?

Vergangene Woche war ich bei einem  geschätzten Geschäftskunden zu einem Gespräch.  Ich war guter Dinge und schrieb am Vorabend in mein Tagebuch: „Ich geh’ hin und hol’ mir einen Auftrag ab.“

Das hob noch am nächsten Morgen meine Stimmung. Ich fühlte mich wohl und war zuversichtlich.  Bewusst entschied ich mich dafür, meine Talente zu sehen, mir goldige Aussichten auszumalen. Gleichzeitig stutzte ich meinen Übermut, indem ich mich kommentierte: „Ganz schön überheblich!“ Dennoch: Ich freute mich auf das Gespräch und erinnerte mich bei der Anfahrt an die Entwicklungen, die ich in der Firma zuletzt angestoßen hatte.

Das Gespräch lief gut. Und noch während wir verhandelten, wurde mir  bewusst, dass mir mein Gesprächspartner sympathisch ist. Bewusst formulierte ich in Gedanken die Worte: „Ich spreche mit einem liebenswürdigen Menschen.“  Wenn ich das denke, strahle ich das auch aus, denn mein Gegenüber nimmt meine selbstbewusste und gleichzeitig ihm zugewandte Haltung wahr. Die Chance, dass wir uns einander öffnen und einig werden, steigt – und es macht darüber hinaus allen Beteiligten Freude.  

Ich fuhr mit dem Vertrag in der Tasche heim und schenkte mir zur Feier des Tages eine Taschenuhr. Dieser schöne Handschmeichler wird mir künftig nicht nur zeigen, was die Stunde schlägt, sondern mich auch an dieses gute Miteinander erinnern. 

Soweit für heute, bis nächsten Monat. Und wenn Sie zuvor mit mir etwas beleuchten wollen  - Sie wissen ja:  Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch.  

Ihr Gunter König