Dienstag, 8. Juli 2014

Dem Tag Kontur geben



KönigsImpulse im Juli: Dem Tag Kontur geben


Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.
 


Deshalb: Den Augenblick ergreife, der ist Dein
                                                                                                                                                 Unbekannt
Manche Menschen stolpern unstimmig mit sich in den Tag – schon innerlich gehetzt von dem, was ansteht, übel gelaunt von dem, was am Vortag war.



Dabei ist es doch so: Ist der erste Schritt in den Tag gelungen, ist die erste Begegnung beglückend, dann ist es viel wahrscheinlicher, dass weitere schöne Momente folgen.

Es gibt zahlreiche Rituale, den Tag gut zu beginnen. Religiöse Menschen sammeln sich und beten. Sportliche Menschen schnüren ihre Turnschuhe und laufen locker, leicht und lächelnd in den Morgen, Naturfreunde gehen in den Garten, lauschen dem Vogelgesang und freuen sich am Aufgehen der Sonne. Liebende kuscheln sich im Halbschlaf aneinander, spüren die Verbundenheit und sammeln Energie für den Tag. Nachteulen setzen sich ins Café und philosophieren beim Cappuccino über die Welt.

Sie kennen weitere Arten, gut in den Tag zu starten?



Ich möchte Ihnen heute mein Morgenritual vorstellen, das dazu dient, jedem Tag auf´s Neue Kontur zu geben. Vielleicht inspiriert es Sie, Ihr Morgenritual weiterzuentwickeln.


Wenn ich aufwache, besinne ich mich.

Ich besinne mich, indem ich zuerst meine Sinne aktiviere. Ich spüre in mich hinein. Wie warm ich bin, wie mein Herz pocht. Ich spüre den Kontakt meines Körpers mit dem, was mich umgibt. Noch bevor ich die Augen öffne, lausche ich. Jetzt im Sommer höre ich am Morgen die Amseln. An manchen Tagen freue ich mich am Regen, der ans Fenster prasselt. Manchmal rieche ich am Morgen den Duft nach frischer Seife aus dem Badezimmer, manchmal den nach Kaffee oder Toast aus der Küche.  


Bevor ich die Augen öffne, freu‘ ich mich daran, dass heute ein neuer Tag beginnt. Ich mache mir bewusst: Dieser Tag ist ein Geschenk des Lebens an mich. Er ist einmalig! Er ist neu! Er ist unbeschrieben – ich kann ihn gestalten und ihn zu meinem Tag machen.


Ich wecke meine Vorfreude darauf, die Sinne der Menschen anzusprechen, denen ich heute begegne, etwa indem ich ihnen singend die Türe öffne und sie froh gelaunt und lächelnd begrüße. Die Chance, dass mit solch‘ einer ersten Begegnung die folgenden Gespräche frei fließen, stehen meist gut. So komme ich meinem Lebenssinn näher.


So die Geister geweckt öffne ich die Augen und beginne meinen vielversprechenden Tag.


Wenn Sie sich für eine Zeitlang einen Begleiter wünschen, um Sinn zu finden und Ihre Sinne zu öffnen – Sie wissen ja, ich freu‘ mich auf ein Gespräch mit Ihnen.


Ihr Gunter König

Dienstag, 17. Juni 2014

Eure Rede aber sei: Ja, ja, nein, nein




KönigsImpulse im Juni

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.



                                                                                                   Lutherbibel Matthäus 5, 37

Bunt, bunt, bunt sind alle meine Farben – eine Abwandlung dieses Kinderlieds sollte im Mai Anregung sein, fröhlich Farbe zu bekennen.



Im Juni-Newsletter möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Kontur in Gesprächen lenken, auch in schwierigen Gesprächen.

Manche Menschen halten es für profiliert, wenn es ihnen gelingt, in Gesprächen Oberwasser zu behalten, wenn sie ihren Standpunkt unmissverständlich vertreten. Wenn sie die Argumente der anderen wegwischen, in schneller Rede den anderen überrollen und mit Wissen regelrecht erschlagen. Oder indem sie den Gesprächspartner – der wohl eher als Gegner angesehen wird – durch unnachgiebiges Befragen verunsichern und in Frage stellen.



Diese Profilierung ist nicht der Königsweg.

Die hier empfohlene Form eignet sich für Menschen, die in gegenseitigem Respekt Lösungen erarbeiten wollen und die mutig genug sind, mit offen erklärten Gefühlen und Wünschen in die Auseinandersetzung zu gehen.



Der erste Schritt:

Bevor es ins Gespräch geht, mache ich mir meine Einstellung im Fühlen und Denken dem Gesprächspartner gegenüber bewusst. Und ich korrigiere sie gegebenenfalls: Ich unterstelle dem anderen eine positive Absicht bei dem was er tut, bei dem, was er getan hat.


Folgender Ablauf hat sich bewährt:



Ich nehme wahr…. (Ich benenne, was ich beobachtet habe: etwa dass Mitarbeiterin xy derzeit viele Fehler macht; dass Kollege Hinz mich blöd anschaut).



Darüber denke ich…. (Ich sage Mitarbeiterin xy, dass ich das nicht verstehe, denn in den Monaten zuvor war die Arbeit okay; ich sage Hinz, dass mich das stört).


Ich fühle dabei. . .  (Ich sage xy, dass ich besorgt bin; ich sage Hinz, dass ich mich kontrolliert fühle).

Ich wünsche mir… (Ich benennte konkret meine Wünsche: fehlerfreie Arbeit; kollegial-freundschaftlicher Umgang).


Was meinen Sie dazu?

Ganz wichtig ist jetzt:
Warten und dem anderen Zeit geben, sich zu sammeln und die eigene Position zu benennen oder den Hintergrund zu erklären.
Der Vorteil dieses Gesprächsablaufs:
Schon bevor ich ins Gespräch gehe, bin ich mir über mein Denken und Fühlen, über meine Wünsche und Ziele im Klaren. Beste Voraussetzung, dass mich auch der andere verstehen wird.
Und: Wenn ich mir bewusst bin, was mich warum stört, kann ich Abstand zu meinen Gefühlen einnehmen, kann ich mein Handeln steuern. Dann bin ich nicht mehr Spielball meines Unmuts.

So vermeide ich, dass das Gespräch  in gegenseitige Vorhaltungen mündet oder der andere abweisend reagiert. Denn passiert dies, kommen die  Gesprächspartner gar nicht mehr zum vierten Punkt (Ich wünsche mir…), dann haben sie sich bereits verbarrikadiert.
Ein Tipp:  Vermeiden Sie Worte wie „immer“,  „nie“, „typisch“, „immer noch nicht“, Worte und Redewendungen, die dem anderen unterstellen, dass er nicht in der Lage ist, die Arbeit gut und rechtzeitig fertig zu machen.
Ich wünsche Ihnen Gelingen für die nächsten Gespräche.

Ihr Gunter König