Dienstag, 17. November 2015

Man braucht dem LEBENS-um-bruch nur den Beigeschmack von Katastrophen nehmen



KönigsImpulse im November 2015

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.



Man braucht dem LEBENS-um-Bruch nur
den Beigeschmack der Katastrophe nehmen!
                                                                                                                       Gunter König – frei nach Max Frisch
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

LEBENS-um-Brüche – so lautete der Titel des Forums im bezaubernden Linz, bei dem ich vor kurzem auf dem Podium saß. Wieder zurück in Schwäbisch Hall klingt der intensive Gedankenaustausch nach. Täglich begegne ich Menschen in Krisen, in Stress, in Lebensumbrüchen. Einem Bekannten ist der Vater gestorben, die Cafébetreiberin ist außer sich wegen der zahlreichen Anforderungen, einem Klienten wurde fristlos gekündigt, eine  verheiratete Freundin hat sich Hals über Kopf verliebt. . .
Trost und Einsicht könnten sprichwörtliche Redensarten spenden: Alles ist im Fluss. Nichts bleibt wie es ist. Alles im Leben geht vorbei. Die Veränderung ist das einzig Unveränderliche. Der Tod gehört zum Leben. Wenn du’s eilig hast, gehe langsam. Allein: Diese Lebensweisheiten sind kraftlos, sie sind oft zur Floskel geraten.

In Linz sprach ich aus diesem Grund von „Lebensabwechslung“.
Eine Provokation, sicher. Schwingen doch in diesem Begriff das Leichte des „Mal hier was probieren, mal dort was kosten“ mit. Beinahe tänzerisch-schwungvoll kommentiert dieses Wort das Auf und Ab.
Genau diese Haltung von Leichtigkeit, dieses Spielerische gilt es in Krisen wieder zu erreichen.
Wer mitten in einem unwillkommenen LEBENS-um-Bruch steckt, den provoziert der Kommentar „Lebensabwechslung“. Das Wort reizt zum Widerspruch oder zum Lachen.
Das ist gut, denn so kommt neues Leben in eine festgefahrene Situation. Denn: Wer in Trauer erstarrt ist, wer vor Wut bebt, wer vor Angst kopflos ist, der nimmt mit seinem aufs Leid fixierten Tunnelblick die Welt verzerrt wahr. Wer indes mit Abstand auf die Lage schaut, findet leichter Lösungen, auch bauchbare Lösungen – und wird, ganz wie es das Wort „Lebensabwechslung“ verspricht, neugierig auf das, was die neue Situation so mit sich bringt. Deshalb forderte ich meine Gesprächspartner mit solcherlei Provokationen gerne heraus – und oft folgt der Provokation das Lachen und damit frische Energie.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, in einer kleinen Krise oder einfach nur aus der Balance sind, können Sie folgende Strategie anwenden, um wieder mit Weitblick handeln zu können.
Halten Sie inne.
Sagen Sie sich: Oh, welch ungewöhnliche Abwechslung in meinem Leben!
Und atmen Sie langsam aus.
Spüren Sie die Ruhe nach dem Ausatmen.
Lächeln Sie.
Holen Sie lächelnd wieder Atem.
Wenn Sie so einen Schritt hinter sich und die Situation treten, gelingt es leichter, die Gefühle sein zu lassen.
Mit Abstand zu den drängenden Impulsen wächst Ihre Freiheit.
Erst werden Herz und Brustkorb weit, dann der Horizont.
Auf diese Weise geerdet, lächelnd und mit Abstand zu den Provokationen des Lebens fällt es leichter, die Herausforderungen anzunehmen.

Soweit für heute.
Im Dezember – wenn in vielen Betrieben und Familien häufig nur die Sehnsucht nach Besinnung Raum hat, nicht aber die Besonnenheit, möchte ich Sie mit wöchentlichen Impulsen überraschen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen November. Und wenn Sie mit jemandem über Ihre Lebensabwechslung reden und lachen möchten – Sie wissen ja: Ich freu mich immer auf ein Gespräch mit Ihnen.

Herzlich grüßt mit Freude
Ihr Gunter König

Dienstag, 6. Oktober 2015

Einmal ist keine Gewohnheit





KönigsImpulse im Oktober 2015

Eine Handreichung für Führende und Menschen, die sich entfalten wollen. Die KönigsImpulse dienen der Inspiration, dem Dranbleiben und Innehalten.


             Einmal ist keine Gewohnheit.

                                                                 Alter Spruch
Der kluge Mann sorgt vor: Er will einen Baum fällen, um Brennholz für den Winter zu bekommen. Er holt seine Axt aus dem Schuppen und geht ans Werk. Dabei wehklagt er: „Ich komme kaum voran. Wie anstrengend das wieder ist!“ Der Nachbar kommt vorbei und schaut einige Augenblicke zu. „Wäre es nicht besser, die Axt schärfen zu lassen?“ – „Dazu hab‘ ich keine Zeit“, sagt der Mann - kurz angebunden und hackt weiter mit seiner stumpfen Axt.

Tja. Wie oft sind wir in unseren Routinen gefangen und versäumen es, durch nachdenken, innehalten und vorausschauen zu besseren und nachhaltigeren Lösungen zu kommen?

Viele Menschen, die ich treffe, reagieren fast reflexhaft mit Abwehr auf Impulse, etwas anders anzugehen. Wehren Anregungen ab, die auf den ersten Blick nicht ins Schema, in die eigenen, festgezurrten Abläufe passen. „Dazu hab ich keine Zeit!“, sagen sie und klagen weiter was sie noch alles zu erledigen haben. „Oh je“, sage ich dann und lächele. Das verstört den einen oder anderen, denn sie kommen ja zu mir, weil sie sich Unterstützung versprechen. Sie merken noch nicht, dass das Hetzen, das Hasten, das perfekt sein wollen zu Ihrem Leiden führt

Wieder andere schauen mich an, als käme ich von einem anderen Stern, weil ich für einen Plausch auf der Straße stehen bleibe und nicht bloß zunicke und geschäftig weiter gehe.


„Zeit ist Geld“ heißt es schon sprichwörtlich. Was diese Haltung mit sich bringt, weiß, wer Michael Endes Märchen „Momo“ gelesen hat: Wer immer nur spurt und ohne Vorauszudenken auf der Zeitsparkasse einzahlt, wird grau und leblos.
Ich setze „Zeit ist Leben“ dagegen und sage: „Ich habe Zeit.“ Mit dieser überlegten Haltung gelingt es mir meist, recht gute Ergebnisse zu erzielen.

Meine Anregung für Oktober ist deshalb:
Tanzen Sie in diesem Monat wieder mal aus der Reihe. Nehmen Sie sich Zeit. Laden Sie – am besten gleich heute – eine Kollegin, einen Vorgesetzten, einen Bekannten ein, um mit ihr/mit ihm bei ein, zwei Tassen Tee über folgende Frage nachzudenken:

Was soll 2016 geschehen?
Was ist heute zu tun, damit es 2016 vollendet/angegangen werden kann?

Ich wünsche Ihnen dabei gute Ideen. Und wenn Sie Empfehlungen brauchen, wie Sie von einer guten Idee zum gelungenen Projekt kommen – Sie wissen ja, ich freue mich auf ein Gespräch mit Ihnen.
Herzlich grüßt mit Freude
Ihr Gunter König